Drei Wochen vor der Hochzeit war die Location pleite – und niemand rief an
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Location 8 min lesen2026-05-21

Drei Wochen vor der Hochzeit war die Location pleite – und niemand rief an

22.000 Euro Anzahlung. Eine Hochzeit in 21 Tagen. Und ein Insolvenzverwalter der sagt: "Das Geld ist weg."

Christina und Patrick hatten zwei Jahre auf diesen Tag gewartet. Die Location – ein renoviertes Schloss in Brandenburg – hatte alles: Park, Stallungen für Pferde, eine Küche die bis zu 200 Personen versorgen konnte. 22.000 Euro hatten sie als Anzahlung überwiesen.

21 Tage vor der Hochzeit rief der Insolvenzverwalter an. Nicht die Location – der Insolvenzverwalter. Das Schloss hatte Insolvenz angemeldet. Der Betrieb war eingestellt. Die Anzahlung war Teil der Insolvenzmasse.

Christinas erste Reaktion: Sie legte auf. Dachte, es sei ein Fehler. Rief zurück. Es war kein Fehler.

Wie oft passiert das wirklich?

Häufiger als man glaubt. In der Eventbranche sind Insolvenzen keine Seltenheit – gerade kleinere und mittlere Locations arbeiten mit knappen Margen. Nach 2020 hat sich die Lage für viele nicht erholt. Jährlich verlieren in Deutschland mehrere hundert Hochzeitspaare ihre Anzahlungen durch Pleiten von Locations, Catering-Unternehmen oder Planern.

Leerer Hochzeitssaal
Ein leerer Saal kurz vor der Insolvenz – für Hochzeitspaare ein Alptraum der sich verhindern lässt.

Was rechtlich passiert bei einer Location-Insolvenz

Im Insolvenzfall werden Anzahlungen zur Insolvenzforderung. Das bedeutet: Man reiht sich in die Schlange der Gläubiger ein und bekommt am Ende – wenn überhaupt – einen Bruchteil zurück. Quotale Auszahlungen von 5–30% sind typisch. Im schlimmsten Fall: nichts.

Eine Klage gegen die insolvente Firma bringt in der Regel nichts – es gibt kein pfändbares Vermögen mehr.

So schützt ihr euch

  • Kreditkarte statt Überweisung: Viele Kreditkartenanbieter ermöglichen Chargebacks bei Leistungsausfall
  • Anzahlungen limitieren: Nicht mehr als 30–40% im Voraus zahlen – Rest erst kurz vor dem Event
  • Hochzeitsversicherung: Gibt es in Deutschland (z. B. über ERGO oder Allianz) – deckt u. a. Insolvenz von Dienstleistern ab. Kostet 150–400 € für die gesamte Hochzeit
  • Bonität prüfen: Handelsregister-Einsicht, Creditreform-Auskunft für größere Anzahlungen
  • Referenzen einholen: Sprecht mit Paaren die bereits dort geheiratet haben

Was Christina und Patrick taten

In 21 Tagen organisierten sie eine Ersatz-Location – ein befreundeter Landwirt stellte seine Scheune und seinen Hof zur Verfügung. Was als Notlösung begann, wurde zur schönsten Hochzeit die ihre Gäste je erlebt hatten. „Wir hätten das Schloss nie bewusst gewählt", sagt Christina heute. „Aber diese Scheune – das waren wir."

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